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Sunday, 28 May 2023

Die "pompejanische Bank" oder "Ein geschmackvoller Blumensitz"

 Die "pompejanische Bank" oder "Ein geschmackvoller Blumensitz"

Schlendert man an der historischen Herzogin Anna Amalia Bibliothek vorbei und betritt man den Park an der Ilm via den ehemaligen Hauptzugang des Parks am Haus der Charlotte von Stein, so fällt der Blick als erstes auf eine einladende Rundbank. 


Photo: A Reeves, 2023

Die sogenannte "Pompejanische Bank" steht entsprechend dem einstigen Gedanken, gleichsam als Boudoir und Balkon des Parks, ungeschützt von Bäumen und Blicken direkt ausgesetzt – Was nicht zum Nachteil des Ortes ist, vermutlich könnte die heutige Parkaufsicht da sonst regelmässig ein Vermögen an Flaschenpfand und Abfall einsammeln – die meisten Spaziergängerinnen und Spaziergänger hasten auf der Suche nach Erholung oder auf der Jagd nach Schnappschüssen nach einem flüchtigen Blick an ihr vorbei. Dabei wäre die Bank auch einen zweiten oder dritten Blick, oder ein Probesitzen wert. (Auch wenn heute der vorbei rauschende Autoverkehr und der traurige Anblick der Ruine des Hauses der Frau von Stein die Stimmung etwas beeinträchtigt)

Schauen wir uns die Bank doch mittels einer zeitgenössischen Schilderung an – Friedrich Justin Bertuch beschreibt sie in der April Ausgabe des Jahres 1800 wie folgt: 


"Eine der der geſchmackvollſten Formen für einen ſolchen lieblichen Blumenſitz ist gewiß die in dem hieſigen Herzogl. Parke auſgeführte Anlage, davon wir hierbey (Taf. 12) die Anſicht liefern. Sie beſteht in einem 24 Fuß weiten und 12 Fuß tiefen Halbzirkel, welcher 3 Stufen hoch über den Erdboden erhaben, und mit einer dekorierten Brüſtungsmauermauer von gehauenen Sandſteinen umgeben iſt. Innen herum läuft ein hölzerner Sitz, der auf Tragſteinen ruht und ſich vorne hinter zwey ſtarken ſteinernen Greifenklauen, welche gleichſsam die Armlehnen davon machen, endiget. Ueber der Bank läuft eine ſchön en Basrelief gearbeitete Bande, mit einer Blumenarabeſke herum. Auf die Pfeiler der Mauer, welche Ausladungen haben, kann man die ſchönsten und prächtigſten Treibhauspflanzen, jede in ihrem Flor, in ſchön geformten und verzierten Blumentöpfen, entweder aus der hieſigen Klauerſchen, oder aus der Höhlerſchen Fabrik in Berlin ſetzen, und auf dieſe Art die Schönheiten der Natur und Kunſt mit einander verbinden. Dieſer Blumenſitz iſt an einem der Hauptwege des Parks angelegt, und in eine ſchöne Parthie der Pflanzungen hineingeſchnitten, ſo daß er durch dieſselbe eine angenehme grüne Rückwand und Schatten erhält." (1)

Journal des Luxus und der Moden, April 1800, Tafel 12. Via ThULB/DFG

Doch was hat es mit dieser Bank auf sich? 
Die antiken Kulturen der italienischen Halbinsel waren schon seit Jahrzehnten "In" - nach Goethe, Meyer und vielen anderen reisten auch Herder, sowie Anna Amalia mit einer kleinen Gesellschaft begeistert (abgesehen von Herder, dessen Begeisterung war eher im unterirdischen Bereich angesiedelt...) und lange (vom 15. August 1788 bis 18. Juni 1790) kreuz und quer durch die verschiedenen italienischen Länder. 
Italien, wie wir es heute kennen ist erst seit 1861 ein einheitliches Staatsgebiet, zu Zeiten Anna Amalias war Italien eine in verschiedene Fürstentümer und den Kirchenstaat zerteilte Halbinsel, aber auch eine Idee, die Suche nach den idealen der Antike und damit verbunden die Suche nach eine Sinn in einer Zeit, in der die über Jahrhunderte gewachsene Gesellschaftsnormen, -strukturen und Werte zunehmend in Frage gestellt wurden. 

Luise von Göchhausen, die Begleiterin und Vertraute Anna Amalias führte ein Reisetagebuch, welches uns etwas Einblick in die Disparität der Zeit gibt: Die des Lebensalltags der Menschen vor Ort wie auch in die Gedankenwelt der gebildeten Oberschicht der Zeit:


Ein Bild Tischbeins, der die Herzogin während der
Reise portraitierte, zeigt diese auf der Exedra des Grabmals
der Mamia sitzend.
Quelle: https://www.klassik-stiftung.de/digital/
fotothek/digitalisat/80-2012-0676/ 

"Den 26 [September 1789] Ich kaufte Vormittag einige Steine von Pompeï [...]" (2)
 
"Den 1ten October [1789] [...] Nach 12 Uhr kamen wir in Pestum(3) an, wenige Häußer stehn sieht man in der Gegend und dienen Menschen sind wandelnde Bilder von Armuth und Kranckheit, das scheint blos von Mangel an Cultur so gedrückt zu seyn. Der Anblick der 3 Tempel wendet einen sehr angenehm von jenen Bildern des Elends ab." (4)



 









Détail der pompejanischen Bank in Weimar
Photo: A. Reeves 2023
(Wer wissen möchte, wie dies heute aussieht, dem sei diese Seite sehr empfohlen: https://www.romeartlover.it/Pompeii8.html. Der Autor und Photograph Roberto Piperno erwähnt dabei auch unsern Tischbein und Anna Amalia; generell ist die Seite für Menschen, die nicht so einfach nach Italien reisen können oder einfach Erinnerungen auffrischen wollen einen Besuch wert. Wer das Glück hat, selbst in den Süden reisen zu können - die Exedra befindet sich in der Necropole der Porta Ercolaneo.)













Zurück nach Weimar: 


"Und and dem Ufer steh ich lange Tage, 
Das Land der Griechen mit der Seele suchend;"
(Iphigenie auf Tauris, 1. Aufzug, 1. Auftritt)

Da wurde, was zehn Jahre zuvor noch neu und nur wenigen privilegierten Reisenden vorbehalten war, 1799 en grandeur nature umgesetzt: Die Verbindung zwischen Kunst und Kultur. Entsprechend wurde die Bank in Auftrag gegeben und aus lokalem Berkaer Sandstein gefertigt. Anders als die pompejanische Vorlage besteht die Sitzbank selbst aus Holz. Das ist nicht, wie erst gedacht, ein modernes Zugeständnis; denn Bertuch schilderte bereits: "Innen herum läuft ein hölzerner Sitz, der auf Tragſteinen ruht". Hingegen könnte ich mir denken, dass es den klimatischen Bedingungen Thüringens eher entspricht, auf Holz statt auf Sandstein zu sitzen.

Aufnahme Gabriela Gehrig, 2023
Entgegen Bertuchs Beschreibung, das solche Sitze ein Ort seien "wo ſich eine kleine Gesellschaft des Morgens zum Frühstück und des Abends zum Thee verſsammeln, sich hinſsetzen und die Reize der Natur und der freundlichen Gesellschaft genießen kann. [...]" haben wir uns an einem warmen Mainachmittag dahin begeben. 










In der Nachmittagssonne war es dennoch ein angenehmer Sitz, die beinahe schon sommerlichen Temperaturen liessen die Erinnerung an Sommerferien in Italien hochsteigen, Goethens Iphigenie in den Händen taten das Ihre, dass man da gar nicht mehr weg wollte.

Aufnahme Gabriela Gehrig, 2023
"So steigst du denn, Erfüllung, schönste Tochter
Des größten Vaters, endlich zu mir nieder!
Wie ungeheuer steht dein Bild vor mir!
Kaum reicht mein Blick dir an die Hände, die,
Mit Frucht und Segenskränzen angefüllt,
Die Schätze des Olympus niederbringen.
Wie man den König an dem Übermaß
Der Gaben kennt – denn ihm muß wenig scheinen,
Was Tausenden schon Reichtum ist –, so kennt
Man euch, ihr Götter, an gesparten, lang
Und weise zubereiteten Geschenken.
Denn ihr allein wißt, was uns frommen kann,
Und schaut der Zukunft ausgedehntes Reich,
Wenn jedes Abends Stern- und Nebelhülle
Die Aussicht uns verdeckt. Gelassen hört
Ihr unser Flehn, das um Beschleunigung
Euch kindisch bittet; aber eure Hand
Bricht unreif nie die goldnen Himmelsfrüchte,
Und wehe dem, der, ungeduldig sie
Ertrotzend, saure Speise sich zum Tod
Genießt. O laßt das lang erwartete,
Noch kaum gedachte Glück nicht wie den Schatten
Des abgeschiednen Freundes eitel mir
Und dreifach schmerzlicher vorübergehn!"
(3. Aufzug, 1. Szene)


Die Verlockung nach einem Gefrorenen en face des Wittumspalais an der Esplanade war dann aber doch zu gross, so dass ich meine geduldigen Freundinnen nicht mehr länger auf diese Erfrischung warten lassen wollte und das kleine Stück Italien hinter mir liess.

Aufnahme: Gabriela Gehrig, 2023

Dem aufmerksamen Betrachter wird es nun nicht entgangen sein, dass die von Bertuch beschriebenen Vasen, welche lokal bei Klauer, wie auch bei Höhler in Berlin bestellt werden konnten (Schleichwerbung für die Produzenten des bon goût ist bimeicht kein Phänomen der heutigen Zeit), auf den heutigen Bildern fehlen. 

via Pinterest Account der Klassikstiftung Weimar.
 https://www.pinterest.de/pin/498351515025747540/


1999 wurde die Bank durch die Klassikstiftung Weimar wieder durch die von Bertuch beschriebenen Zustand zurückversetzt – diese Vasen wurden jedoch schon im Jahr darauf mutwillig zerstört. Im Juli 2004 machte die Klassikstiftung einen erneuten Anlauf – wiederum vergebens(5), die Bank stand bei all unseren Besuchen ohne Blumenschmck da. Warum immer alles, was schön sein und das Gemüt erfreuen soll, zerstört werden muss, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.














Abschliessen möchte ich diesen kurzen Ausflug in die nördlichste Stadt Italiens nach Weimar mit der Ermunterung, sich einige Tage Zeit für die Parks zu nehmen. Die Weimarer Klassik ist nicht umsonst Teil des UNESCO Weltkulturerbes, die Parks und Gärten verdienen als Gartendenkmäler erwandelt, erkundet zu werden. Die Seele baumeln lassen, dem Gemüt durch die verschiedenen Grüntöne und schönen Sichtachsen gleichsam Entspannung wie auch angenehme Reize zukommen zu lassen. Sich hinsetzen, den Tag geniessen, bei jedem Wetter bieten die Parks Erholung.


Fussnoten:
1) Journal des Luxus und der Moden April 1800, S. 208-209.
2)  Göchhausen, S. 104.
3) Paestum
4)  Göchhausen, S.106.
5)  https://www.klassik-stiftung.de/service/presse/pressemitteilung/neue-vasen-fuer-pompejanische-bank/


Transkription:
Journal des Luxus und der Moden, April 1800 S.208-209.

VII. Gartenkunst

Ein Blumensitz von geschmackvoller Form.

In engliſchen Gärten hat man gern ohnweit des Wohnhauſes einen angenehmen Platz, wo ſich eine kleine Gesellschaft des Morgens zum Frühstück und des Abends zum Thee verſsammeln, sich hinſsetzen und die Reize der Natur und der freundlichen Gesellschaft genießen kann. Ein ſolches Plätzchen, das gleichſam das  Boudoir des Gartens iſt, ſchmückt man gern mit den ſchönſten Blumen des Gartens und des Treibhauſes, und es erlaubt nicht nur, ſondern es fordert ſogar mehr und ſorgfältigere Verzierung von der Kunſt, als andere größere Parthien des Gartens. 
Die Anlage davon richtet ſih immer nach dem Orte, den man dazu wählt, ſeinen nahen Umgebungen, von Pflanzungen, Gebäuden, oder nach einer ſchönen Ausſicht, die man dabey benutzen kann; kurz, die Formen davon ſind ſo verschieden, und mannichfaltig, als die Parthien eines Engl. Gartens ſelbst; und ein geſchickter Gartenkünſtler wird, wenn er erst das Local kennt, um die ſchickliche Form nicht verlegen seyn.

Eine der der geſchmackvollſten Formen für einen ſolchen lieblichen Blumenſitz ist gewiß die in dem hieſigen Herzogl. Parke auſgeführte Anlage, davon wir hierbey (Taf. 12) die Anſicht liefern. Sie beſteht in einem 24 Fuß weiten und 12 Fuß tiefen Halbzirkel, welcher 3 Stufen hoch über den Erdboden erhaben, und mit einer dekorierten Brüſtungsmauermauer von gehauenen Sandſteinen umgeben iſt. Innen herum läuft ein hölzerner Sitz, der auf Tragſteinen ruht und ſich vorne hinter zwey ſtarken ſteinernen Greifenklauen, welche gleichſsam die Armlehnen davon machen, endiget. Ueber der Bank läuft eine ſchön en Basrelief gearbeitete Bande, mit einer Blumenarabeſke herum. Auf die Pfeiler der Mauer, welche Ausladungen haben, kann man die ſchönsten und prächtigſten Treibhauspflanzen, jede in ihrem Flor, in ſchön geformten und verzierten Blumentöpfen, entweder aus der hieſigen Klauerſchen, oder aus der Höhlerſchen Fabrik in Berlin ſetzen, und auf dieſe Art die Schönheiten der Natur und Kunſt mit einander verbinden. Dieſer Blumenſitz iſt an einem der Hauptwege des Parks angelegt, und in eine ſchöne Parthie der Pflanzungen hineingeſchnitten, ſo daß er durch dieſselbe eine angenehme grüne Rückwand und Schatten erhält. Man kann auch einen ſolchen Blumenſitz in einer Entfernung von etwa 4 Fuß, mit einem ſogenannten Roſenmantel, oder einem Eſpalier von der Tapetenroſe, (Roſa turbinata) welche 18 bis 20 Fuß hoch ſteigt, umgeben, welches eine überaus ſchöne Wirkung thut.
F. J. Bertuch.


Bibliographie und weiterführende Literatur:

Quellen:
Journal des Luxus und der Moden. Herausgegeben von F[riedrich] J[ustin] Bertuch und G[eorg] M[elchior] Kraus. Funfzehnter Band. Jahrgang 1800. Mit ausgemahlten und schwarzen Kupfertafeln. Weimar, 1800. Im Verlag des Industrie-Comptoirs. 670 S. [Nebst] Intelligenz-Blätter. (CCLX) S. und Gesamtregister. [10 S.]
Monat April https://zs.thulb.uni-jena.de/receive/jportal_jpvolume_00055552

Editierte Quellen:
Göchhausen, Luise; Brandsch Juliane (Hg): "Es sind gar vortreffliche italienische Sachen daselbst". Luise von Göchausens Tagebuch ihrer Reise mit Herzogin Anna Amalia nach Italien, vom 15. August 1788 bis 18. Juli 1790. In: Schriften der Goethe-Gesellschaft Band 72, Göttingen 2008.

Sekundärliteratur:
Kollar Elke. Anna Amalias Erinnerungen. In: Das Land der Griechen mit der Seele suchend. Antikenrezeption im Kontext der Weimarer Klassik. Klassik Stiftung Weimar, Referat Forschung und Bildung. Materialien für Lehrerinnen und Lehrer Band 1. S. 9. Weimar 2012.

















Wednesday, 17 March 2021

Femmes, réveillez-vous! - Constance de Pipelet, Femme de Lettres

« Les temps sont arrivés, la raison vous appelle;
Femmes réveillez-vous, et soyez dignes d'elle. »
    Constance de Pipelet, "Épitre aux Femmes", An V, 1797


Detail of Portrait of Constance Pipelet par  Jean-Baptiste-François Desoria
CC0 Public Domain Designation, Curtesy of the Art Institute Chicago
https://www.artic.edu/artworks/31233/portrait-of-constance-pipelet

   
Diese Zeilen stammen aus der Feder von Constance Pipelet*, einer Femme de Lettres, einer Intellektuellen die das Geschehen um 1800 beobachtet, kommentierte und publizierte, aber auch eifrig korrespondierte. 

    Ihre Épitre aux Femmes inspiriert mich immer wieder, auch aufgrund der aktuellen Parallele.
Oder in den Worten von Sylvie Durrer: «Dieses Jahr feiern wir nicht 50 Jahre Frauenstimmrecht, sondern wir gedenken ihrer» ** (Feiern kann man das wirklich kaum nennen, es ist eher peinlich. Und ebenso geflissentlich ignorieren wir gerne, dass gleiche Bürgerrechte erst in meiner Kinderzeit eingeführt wurden)
Daher ist mir, als moderner Frau, gerade heute und in der aktuellen Diskussion und der dazugehörigen Diskussionskultur ihr Zuspruch von Bedeutung.

AVERTISSEMENT. 
Dans tous les temps les hommes ont cherché à nous éloigner de l'étude et de la culture des beaux arts; mais aujourd'hui cette opinion est devenue plus que jamais une espece de mode. Dans quelque endroit qu'on aille, de quelque côté qu'on se tourne, on a l'oreille fatiguée par les discussions qui s'élevent à ce sujet, dans lesquelles, suivant l'usage, l'esprit de parti agit plus que le raisonnement. J'ai long-temps résisté au desir de répondre à ces sortes d'attaques, m'imaginant que, dans un siecle aussi éclairé que le nôtre, elles ne pouvoient avoir aucune suite; mais, lasse de voir toujour les femmes en butte à des plaisanteries qui trop souvent se changent en sophismes, je me décide enfin à prendre la défense de mon sexe. J'ai eu pour objet, dans cette épitre, que j'adresse aux femmes, de soutenir leurs droits sans nuire ceux des hommes. Si malgré cela il en est quelques uns qui se formalisent de la maniere dont j'y parle d'eux en général, je les prie de vouloir bien réfléchir qu'en fait de critiques de ce genre il y a long-temps que les hommes nous on payées d'avance.

"Ce qu'il nous faut de plus! un pouvoir légitime.
"La ruse est le recours d'un être qu'on opprime.
"Cessez de nous forcer à ces indignes soins;
"Laissez-nous plus de droits, et vous en perdrez moins.

"Epitre aux Femmes" par Constance Pipelet (de Salm), via BNF,
  https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k5475263n



Das klingt doch ziemlich bekannt, nicht wahr? Ich kann die Lektüre von Constance Pipelets Schriften nur empfehlen, besonders, wenn man sich mit der versuchten Emanzipation der Frau in der Zeit auseinandersetzt. 




*Geboren 7. September 1767 als Constance de Théis in Nantes, verheiratet dann Constance Pipelet de Leury (1789-1802), in zweiter Ehe ab 1803 erst Gräfin, dann ab 1816 Fürstin zu Salm-Reifferscheidt-Dyck.

** Artikel auf House of Switzerland, einer Publikation des Generalsekretariat des EDA, 3. Februar 2021 https://www.houseofswitzerland.org/de/swissstories/geschichte/frauen-stimmen-ab-1971-2021-50-jahre-frauenstimmrecht-der-schweiz

Detail of Portrait of Constance Pipelet par  Jean-Baptiste-François Desoria
CC0 Public Domain Designation, Curtesy of the Art Institute Chicago
https://www.artic.edu/artworks/31233/portrait-of-constance-pipelet


Weiterführende Lektüre und Quellen: 


    Wer mehr über sie lesen möchte, dem lege ich den WikiZero Artikel ans Herz, der auch sehr viele Links zu Digitalisaten ihrer Werke enthält.


    Ihr Werk "Epitre aux Femmes" befindet sich in der BNF, publiziert als Constance Pipelet, ebenso wie viele andere ihrer Publikationen, z.B. Sapho, ein Opernlibretto publiziert als La Citoyenne Pipelet, 1794. 

In der BNF wird sie als Constance de Salm geführt, daher vorzugsweise mit dem Autorennamen suchen.

Ihre Korrespondenz ist als Digitalisat verfügbar, und lädt zum Mitlesen und Stöbern ein. 
http://constance-de-salm.de/edition


« Différence n'est pas infériorité. »

Portrait of Constance Pipelet
By Jean-Baptiste-François Desoria
CC0 Public Domain Designation
Curtesy of the Art Institute Chicago

https://www.artic.edu/artworks/31233/portrait-of-constance-pipelet





Tuesday, 16 February 2021

An Avid Reader, Diane-Adélaïde de Damas, Comtesse de Simiane

Last December I amused myself to provide my readers on Instagram with some sort of advents calendar, with reading ladies in our time period. I thought I might share some of them here; just for the fun of it - profiting of having more space to write about them than just the short paragraph on offer by Instagram - and also to bridge over the waiting time for the more substantial posts still in the queue.




She was born in 1761, the picture is painted around 1800, we see a confident, well read woman in her late 30ies, showing off her love of books, as well as for modern fashion.
French School, unknown painter. Sold in 2012 by Christies. Picture used from Wikimedia


Diane-Adélaïde de Damas, married Comtesse de Simiane (25 January 1761 - 9 April 1835) was a daughter of François-Jacques de Damas, marquis d'Antigny one of the oldest and most prominent families in France. To me it was a great joy to discover that our Diane-Adélaïde was also the grand-niece of Émilie Du Châtelet - the famous scientist and mathematician. (I recommend reading up on Gabrielle Émilie Le Tonnelier de Breteuil, Marquise du Châtelet and also checking the link above leading to the auction of her papers by Christies.)

I can't possibly say if Mme de Simiane's married life was happy - she married in 1777 - aged 16, and she is said to have served as a lady in waiting to the Comtesse de Provence (what would be a rather stressful position) - today she is best known as one of the lovers of the Marquis de La Fayette (yes, that Lafayette. Her husband went to North America with him).
It’s less known that she was an avid reader and left an impressive library - what I personally think is more impressive than with whom she had a relationship.

You can find a short overview of the catalogue of her books established by Justin Croft Antiquarian Books and Benjamin Spademan here - at RareBookHub as well as the list of her books  (Links open in new windows, the list comes with some annoying pop-up ads, best have your ad-blocker activated), she was noted to have had a soft spot for English authors and especially Sir Walter Scott.
Maybe her adoptive father, the Duc du Châtelet former ambassador in England left a love of English literature with her?

Some further reading on the Web:

- A short entry in the BNF - but as she was a reader and not a writer, it is a very short entry.
- An interesting blog post (In English) by author Geri Walton can be found here
- And a very informative page on Geneanet by Alain GARRIC, who also supplied citations where our fair reader was mentioned by her contemporaries (In French)

"Mme de Simiane était la reine des fêtes que la duchesse du Châtelet (1732-1794, sa tante, qui l'avait adoptée à la mort de sa mère) organisait pour elle dans son bel hôtel de la rue de Grenelle (Au coin du boulevard des Invalides. Confisqué par l'Etat à la Révolution, il a longtemps servi de résidence à l'archevêque de Paris puis fut occupé par le ministère du Travail)" (Marquis de Vogüé : "Une famille vivaroise").

- A not that flattering, but yet charmingly written essay (in French) where she is again reduced to her beauty and her relationships. 

I hope some of my curiosity about this lady and her reading habits manage to jump over to you, I am currently inspired to take our Sir Walter Scotts out of the bookcase and re-read them.  (Or if anyone could recommend me a good audiobook what would work well with weaving?)

Saturday, 5 November 2016

Medea - The Versatile LWD - Roman Style

It is a truth universally acknowledged that a woman can never be too fine wearing white mousseline.

The LittleWhiteMuslinDress of the period is one of my favourite period wardrobe staples, as it can be upgraded and downplayed with a few well placed accessories. It is an upper class or Sunday garment, as practical work is rather out of the question, though with train or without, I love the simple elegant flowing lines the LWMD creates.

My current favourite is last years Roman Style Dress, or Medea, as I nicknamed her after the first wear. She was created originally as a ball dress, but with the objective to be worn to elegant promenades as well. 
Last year in April, my friends C & F organised a most beautiful Bal de Souscription (Read Sabines report for more details), and amidst sewing for musicians and one other dancer, I thought that I actually also would love a new dress, preferably without train, even if trained dresses were still very much seen on the dancefloor. 
© The British Museum, Acc. No 1856,0712.609


A bit earlier I fell in love with this painting, respectively her dress, the hem. And her veil. And the flowers. In short: the whole ensemble.
© RMNGP
Anonyme portrait of a lady, presumably Caroline Murat.
Collection of the Château de Malmaison, and she also served as the poster girl for the Musée Marmottans Exhibition "Napoleons Sisters, Three Italian Destinies"


The only problems were the sleeves, as lovely as they were, I planned to wear my dress to a ball, where dancing would start at 4 in the afternoon until midnight. By the experience of our monthly and bi-weekly rehearsals it wouldn't be a walk in the park, but a sportive event, and I would need my full sleeve chemise as underwear to prevent stains on the dress.

That's when this painting, what went on sale at Sotheby's in the months before the ball came to my help: closed sleeves, and another hint that I will need a red shawl in the future.

Henri-Pierre Danloux
PORTRAIT OF JEAN-LOUIS GUSTAVE D' HAUTEFORT, AND HIS SISTER, MARIE-THÉRÈSE-THAÏS D'HAUTEFORT



































My dress itself is unlined, made from sheer Swiss cotton (very sheer). The bodice is as lowly cut as
the  one of the beauty from Malmaison, and the hem features a more time saving approach to the zigzags, by simple chain stiching. It's front closing with drawstrings, and generally a wonderful no-fuss dress, apart of the fact that one needs a petticoat underneath, a chemise on it's own will not do.

It worked a threat at the ball, and when I did my hair (I bought flowers for my head and ended up handing them out to ladies with greater need than I) I turned to my friends and asked 'Do I look like a crazy tragic actress personifying Medea in all her madness? Yes? Excellent.' That's where the dress received its name.

© Jeanette Klok-Heller






























And did it work for dancing? Oh yes. It was light. It was flowing, it made me feel like a goddess, even when I started to become very very footsore

© Eliane Caramanna
© Jeannette Klok-Heller


And now we come to the versatility of it: 

Promenade prior to the ball? Add a shawl/Schall/Châle and you are good to go.
© Sabine Gaus / Empirepicknick.ch

A Summery afternoon in a landscape garden? Capote with veil and shawl in coquelicot, beige gloves and some corals makes if elegant yet not overdone for an outing out of town

© Fabrice Robardey
As I've said, this dress has become one of my well loved favourite dresses. It takes so little to turn a whole outfit upside down: 

Again, very casual during a visit to Bagni di Lucca. (And finally one can see the zigzags!) with a little jacket and a hat by the wonderful Charo Palacios who runs her own atelier Angelica Absenta. 
Picture © Antonia Mandic
But only a couple of hours later we sat in a beautiful little opera house in Barga, and casual wouldn't do for me. Off came the jacket and the hat, drape the shawl over one shoulder and enjoy the show (and thank the gods that you did a proper updo before you put your hat on...)
© Keane / Barganews.com

© Coltrane Koh at Coleshot.co.uk
© Coltrane Koh at Coleshot.co.uk
I am on the first range of boxes, on the right :-)

You see, I am an advocate of the Little White Dress, and even more so if the Little White Muslin Dress for earlier period. Cotton muslin is easy on the budget. It washes well (pre-wash it before you cut your dress!), can be embellished with some white embroidery (if you feel up to it) and depending on the accessories results in so many beautiful and different outfits.

There is close to no occasion where you will be out of place (Attending court wouldn't do. But I speak of more Bourgeois occasions), where you won't feel pretty and fresh and elegant. 

Thursday, 20 August 2015

The Frascati

While posting yesterday's trouvaille, I realised that many hints to actors, plays, places are quite obvious to me, but maybe not to everyone else. (I remember the puzzled look on Monsieurs face when discussing the find)

I think I'll start a wee series, with short introductions to places and sights, for future reference and less footnotes ;-)

Today:
The Frascati


Thanks to the generous online access of the Rijksmuseum we can enjoy this lovely engraving in high resolution, without travelling to see it in their archives.

As you can see, it's an opulent place. Elegant. Where one goes to see and be seen, and to enjoy delicious food. Debucourt gives us an impression of the place in 1807.
The French Wikipedia Page also offers us a first hand report from an English visitor in 1802, who was quite smitten by the place.
I would love to find in some archive or other some documents telling us what they've had on offer, and how pricey it was. I interpret from it being frequented by the readership of the Journal des Dames et des Modes (what wasn't cheap), that the prices correspond, and we can use the Florian or LaDurée as a modern equivalent. The original Frascati was demolished in the 19th century, the name though lives on with an Italian Deli in the middle of Paris.

The description of the Rijksmuseum illustrates it beautifully as well: "In 1789 the Italian Garchi Café Frascati opened near the Paris Opéra. This became a spot where sophisticated Parisians went not only to enjoy perfumed ices, lemonade, punch and tea, but also, and more importantly, to be seen. On 4 August 1806 the Journal des Dames observed, ‘Last Thursday, Frascati glittered as never before. Its rooms were filled with ladies dressed up as if going to the theatre.’"

Sabine, the wonderful scholar behind Kleidung um 1800 also found a reference in the German publication Journal des Luxus und der Moden, April 1802, where a correspondent describes the splendours of Paris to the magazine's readership.
As I love to see whenever the Journals interlock and shed different bits of light on a subject, I would like to share her find: